Das repräsentative Wohngebäude von 1892 stellt ein ungewöhnlich qualitätsvolles Beispiel für die Bebauung des östlichen Alsterrandes im späten neunzehnten Jahrhundert dar.

Es ist ein breitgelagertes Haus mit einem Mezzanin- und zwei Vollgeschossen. Hinsichtlich Höhe und Baulinie spätklassizistisch geprägt, folgt es in Kubatur, Aufriss und Dekor jedoch dem Vorbild von Stadtpalästen der italienischen Renaissance.

Denkmalakte

Eine längere Charakterisierung des Hauses findet sich in der Denkmalakte des Denkmalschutzamtes, unter der Denkmalnummer 13612 der Denkmalliste des Bezirkes Hamburg-Mitte.

 

2017 – Umbau und Renovierung des II. OG

Seit langen Jahren ist das IKM (Institut für konstruktive Konfliktbearbeitung und Mediation) Mieter im Hause des CVJM. Es besteht ein enges Kooperationsverhältnis. Das IKM wuchs in den letzten Jahren stark. Der Bedarf an Räumen für Schulungen, Seminare und Tagungen stieg rasant.

Der CVJM beschloss daher, dass II. OG des Hauses komplett zu sanieren und umzugestalten. Unterstützt wurde der Verein dabei vom Architekturbüro Huke-Schubert und dessen Architekt Sven Kukuk.

Es sind schöne, funktionelle Räume entstanden, die vom Publikum und den Mitarbeitern gerne angenommen werden.

Fotos vom Umbau

Räume

2020: Sanierung der denkmalgeschützten Fassade

Bereits beim Umbau des II. OG wurde deutlich, dass es keinen Aufschub bei der Sanierung der denkmalgeschützten Fassade geben sollte. Die Fassade war zuletzt in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts repariert worden. Die verwendeten Reparatur-Methoden waren aber alles andere als denkmalfreundlich.

Heute sind die Erkenntnisse in der Denkmalpflege viel weiter gediehen. Darum ging es zunächst um eine Analyse: Welche Materialien sind verbaut worden und in welchem Zustand befinden sie sich jetzt?

Es galt also, ein kundiges Architekturbüro zu finden, das dieser Aufgabe gewachsen wäre, und natürlich finanzielle Mittel, um die Arbeiten überhaupt bezahlen zu können.

Mit der Architektin Frau Elinor Schües vom Büro pmp konnten wir eine ausgewiesene Fachkraft für die denkmalpflegerische Begleitung der Sanierung gewinnen. Für die fachliche Einschätzung der Bausubstanz war vorab das Restaurationsbüro Silligmann zuständig. Frau Silligmann erarbeitete zunächst eine umfangreiche Analyse:

 

 

„Die plastische Gestaltung des Piano Nobile wird vorrangig durch die Halbsäulen und die Dreiecksgiebel erzeugt, die die Fenster und Balkontüren einrahmen“ – so ein Auszug aus der fast 100 Seiten starken Dokumentation der Schadenskartierung. Als Piano Nobile wird ein hochgestelltes Repräsentationsgeschoss innerhalb einer vertikal geschichteten baulichen Anlage bezeichnet. Unser Haus An Der Alster 40 weist ein solches Geschoss auf, das beim Betreten des Grundstückes auch sofort ins Auge fällt.

 

 

 

 

Die Analyse der Restauratorin können Interessierte hier nachlesen. Die Fotodokumentation der Untersuchung ist – auch für Laien – ebenfalls interessant und findet sich hier.

Die Maßnahme wird unterstützt von der Bundesregierung, im Rahmen des Denkmalsonderprogrammes VII , der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der Stiftung Denkmalpflege Hamburg.

Tag des offenen Denkmals vom 11. bis 13. September 2020

Regelmäßig findet auch in Hamburg der „Tag des offenen Denkmals“ statt, an dem sich 2020 auch unser Verein beteiligen wird. Die verantwortliche Deutschen Stiftung Denkmalschutz schreibt dazu: „Dank geistiger, technischer, handwerklicher und künstlerischer Maßnahmen erhält Denkmalpflege historische Bauten und wahrt Erinnerungen. Gleichzeitig schont die Instandsetzung von Denkmalen wertvolle Ressourcen und macht sie zukunftstauglich. Gemeinsam mit Ihnen möchten wir uns zum Tag des offenen Denkmals 2020® der Frage nähern: Wie nachhaltig ist Denkmalpflege tatsächlich? Das Motto (für 2020) lautet: „Chance Denkmal: Erinnern. Erhalten. Neu denken.“

Unsere programmatischen Beiträge zu diesem Ereignis werden ein Vortrag zur Geschichte des Hauses sowie zwei Führungen für die Öffentlichkeit sein.

Wir laden alle Interessierten herzlich ein. Freitag, 11.09.2020, ab 18 Uhr findet ein Vortrag von Jürgen Wehrs statt unter dem Titel: „Bürgervilla – Vereinsheim – Veranstaltungshaus – die Geschichte des Hauses An Der Alster von 1890 bis heute“.

Außerdem werden zwei Hausführungen stattfinden:

Am Freitag, 11.9. um 17 Uhr, und am Samstag, 12.9. um 15 Uhr

Der Parkplatz vor dem Haus

Nicht gerade ein Kleinod ist der Parkplatz vor dem Hause. Er steigt leicht an, das Haus liegt tiefer. Der Eingangsbereich wurde offenbar höher gelegt. Die Gründe hierfür sind unbekannt.

Es ist wünschenswert, dem Platz wieder seine ursprüngliche Gestalt zu geben. Er würde dann auch wieder der Außenalsterverordnung von 1953 entsprechen, die der damalige Bürgermeister Max Brauer gegen die Interessen der Grundstückeigentümer rund um die Alster durchsetzen konnte.

Die Kosten für eine Restaurierung des Platzes werden auf ca. 100.000 € geschätzt; diese Summe kann der Verein allerdings derzeit neben den Kosten der Fassadensanierung nicht aufbringen.

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