Lusia Schade (2. von links) aus Windhoek in Namibia ist seit Januar im CVJM als internationale Freiwillige aktiv

Bereits zum dritten Mal darf das Team des CVJM zu Hamburg eine neue internationale Freiwillige im Verein begrüßen. Nach Musa Hlongwane und Phumali Radebe aus Südafrika ist nun Lusia Schade aus Namibia freiwillig im Verein und unterstützt sowohl Hanifah Soylu im Haus- und Veranstaltungsmanagement, als auch Lisa Rupp mit den Projekten des Alsterhafen. Für ein Jahr wird die junge Frau, die einen deutschen Vater und eine namibische Mutter hat und das Team daher mit ihrem fließenden Deutsch überraschte, in Hamburg bleiben. Im Gespräch mit dem KurzAnzeiger stellt sie sich den Mitgliedern und FreundInnen des Vereins vor.

Woher genau kommst Du jetzt nach Deutschland?

Ich komme aus Windhoek in Namibia. Namibia liegt in Süd-West Afrika, an der nördlichen Grenze von Südafrika.  In meinem Land ist es sehr warm, auch im Winter werden es 20 Grad. Wir haben ein sehr schönes Land mit einer Küste, an der Sanddünen und Meer zusammentreffen.

Zu Hause verbringe ich viel Zeit mit meiner Familie und Freunde. Ich liebe es, mit meinen Freunden essen zu gehen oder einfach zusammen zu sein. Mit meiner Familie reise ich immer und das macht uns viel Spaß. Ich habe auch ein Haustier, eine Katze.

Was hast du gemacht, bevor Du nach Deutschland geflogen bist?

Ich habe letztes Jahr mein Abitur gemacht am St. Georges Diocesan College. Ich besuchte meine Schule von der ersten Klasse bis zur 12. Klasse  und war sehr zufrieden mit meinem Abschluss. Im Jahr 2019 möchte ich Jura studieren, vielleicht in Namibia oder Südafrika.

Was sind Deine Hobbies?

Fußball spielen. Ich habe vier Jahre Fußball in der Schule gespielt und war im Jahr 2014 Fußballspielerin des Jahres. Ich war auch in meiner Mannschaft Kapitän für zwei Jahre. Meine Lieblingsmannschaften sind Barcelona und Manchester United.

Und neben dem Fußballspielen?

Ich liebe auch Leichtathletik. Ich laufe immer 100 Meter und 100 Meter Hürden. Ich war das schnellste Mädchen in meiner Schule und habe ein paar Rekorde gebrochen. Ich bin im Jahr 2013 in der Nationalmeisterschaft 100 Meter Hürden gelaufen und bin Dritte geworden

Ich bin auch Fahrrad gefahren und habe an einem Triathlon teilgenommen. Seit ich vier Jahre war, habe ich an verschiedenen Fahrradrennen teilgenommen. Als ich elf oder zwölf Jahre alt war, hat mein Vater mir ein Rennrad gekauft, und bis 2014 bin ich richtig Rennrad gefahren für meine Mannschaft (WPP). Ich bin auch in Südafrika gefahren und habe Namibia repräsentiert. Triathlon habe ich nur in Namibia gemacht. Das war ein bisschen viel – Schwimmen, Mountainbiking und Laufen, aber es hat immer Spaß gemacht.

Sehr sportlich! Was machst Du denn, wenn Du mal keinen Sport machst?

Ich liebe Singen. Ich war in meinem Schulchor von der vierten bis zur siebten Klasse. Im Jahr 2014 habe ich mich für den National Chor in Namibia (COTA Youth Choir) beworben und wurde angenommen. Ich war fünf Jahre in diesem Chor, bis ich nach Deutschland geflogen bin. Wir haben ganz viele Goldmedaillen in Wettbewerben gewonnen und wir sind sogar nach Deutschland für zwei Wochen geflogen und ein bisschen rumgereist.

Ich liebe auch Kochen und Tanzen. Zuhause koche ich immer was Neues für meine Familie. Sie sagen, das schmeckt immer gut. Und ich tanze in meiner Freizeit. Darüber hinaus habe ich von 2008 bis 2013 Flöte und von 2010 bis 2013 Klavier gespielt. Ich musste leider aufhören, weil es zu viel für mich wurde. Ich musste mein Zeit zwischen der Schule und allen anderen Sachen abwägen.

Wie ihr seht, bin ich eine sehr sportliche Person, aber ich bin auch eine nette Person, und liebe es, neue Leute kennen zu lernen. Für mich ist es wichtig, dass man zufrieden durchs Leben geht.

Du machst nun ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) – Warum?

Ich möchte Erfahrung in der Arbeitswelt sammeln und auch Neues erleben und neue Leute kennenlernen. Ich dachte, ich mache das in Deutschland, weil ich hier Familie habe und auch eine paar Freunde. Ich möchte auch mein Deutsch verbessern, falls ich das in meiner Zukunft weiterhin benötige. Ich kann auch Urlaub machen und in Europa ein bisschen reisen, somit möchte ich auch neue Länder kennenlernen. Für mich ist es auch wichtig, dass ich lerne, auf meinen eigenen Füßen zu stehen, auch ohne meine Eltern. Ich möchte auch neue Freunde und Freundinnen machen, aus anderen Ländern, damit ich sie besuchen kann, wenn ich Zeit habe. Und ich wollte auch eine Pause zwischen meinem Abitur und meine Studium machen, und  dabei meine Zeit nicht verschwenden.

Meine Arbeit macht mir Spaß und meine Kolleginnen und Kollegen sind sehr nett. Ich lerne fast jeden Tag was Neues, und das ist sehr gut.

 

Was ist ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Diakonie?

Während eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) engagieren sich junge Menschen in sozialen Einrichtungen wie zum Beispiel Krankenhäusern, Kitas oder Seniorenheimen. Ein FSJ geht in der Regel ein Jahr, ist generell aber zwischen sechs und 18 Monaten möglich. Wer ein FSJ machen möchte, muss zwischen 15 und  27 Jahren sein und die allgemeine Schulpflicht erfüllt haben. Im Rahmen von Projekten gibt es für Gruppen oder mehrere Zielpersonen bei einzelnen Trägern die Möglichkeit das  auf bis zu 24 Monate auszudehnen.

Ein FSJ ist eine Bildungs- und Orientierungszeit und ermöglicht Jugendlichen und jungen Erwachsenen Erfahrungen in sozialer Arbeit zu sammeln. Das FSJ in der Diakonie gibt es seit April 1954 – gesetzlich geregelt ist es seit 1964. Über die Tätigkeit in einer Einsatzstelle hinaus haben alle Freiwilligendienstleistenden eine pädagogische Begleitung. Dieses Programm schließt 25 Seminartage ein. Die Inhalte orientieren sich auch an den Interessen und Bedürfnissen der Freiwilligen.

Ein FSJ, das bei evangelischen Trägern stattfindet, heißt auch Diakonisches Jahr (DJ) oder FSJ in der Diakonie. Ein Diakonisches Jahr im Ausland (DJiA) wird ebenfalls von evangelischen Trägern betreut und gleicht dem FSJ, wird aber im Ausland absolviert (“Outgoing“). Entsprechend gibt es für junge Menschen aus anderen Herkunftsländern auch die Möglichkeit, ein FSJ in Deutschland zu machen (“Incoming“).

Das in den 90er Jahren entstandene und 1993 gesetzlich geregelte Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) ist auch wie das klassische FSJ aufgebaut – allerdings mit einem ökologischen Schwerpunkt.

Quelle: https://www.diakonie.de/wissen-kompakt/freiwilliges-soziales-jahr/

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