Als Ende Oktober über 50 Personen zur Eröffnung der Ausstellung in den Alsterhafen kamen, waren auch Nadja Barrientos von der Caritas und Jörg Weidinger überrascht – mit so viel Interesse an den „Perspektiven“, Projektarbeiten von jungen Geflüchteten, die in der Alsterbar und im Alsterblick gezeigt wurden, hatten auch sie nicht gerechnet. Teilnehmende der verschiedenen Programme des Alsterhafens und Freunde des Hauses kamen zusammen, um sich die verschiedenen Werke, die aus der Maßnahme Perjuf (Perspektiven für junge Flüchtlinge) der Arbeitsagentur entstanden sind, erklären zu lassen und anzuschauen. „Dies war die erste Kunstaustellung im Rahmen der interkulturellen Begegnungsstätte Alsterhafen“, berichtet Nadja Barrientos. „Ein sehr gelungener Auftakt – Gerne mehr davon.“

Ausbildungsmeister Jörg Weidinger und die jungen Erwachsenen mit Fluchterfahrung haben mehrere Monate lang in einer Werkstatt in Hamburg Hammerbrook an den Projektarbeiten geschliffen, gefeilt, gemalt und gebohrt. Besonders schwärmt er von dem Projekt Modellschiff mit Anker, das eigentlich gar nicht hätte zustande kommen sollen, da dieses aufwendige Projekte nicht realisierbar erschien. Ohne eine professionelle Konstruktionszeichnung, so berichtet er, sei es im Normalfall sehr schwierig. Jedoch gab es dann eine Überraschung: „Ich dachte es geht nicht – Doch dann kamen drei Jungs und machten das Ding einfach“, staunt Weidinger.
Drei Monate lang wurde an dem Modellschiff, das nun den Eingangsbereich des Alsterhafens markiert, täglich zwei Stunden gearbeitet. „Konstruktion, Metallzuschnitt, Kleben und Schleifen, Montage, Bohren, Messen, Malen und Segel nähen“, so beschreibt Jörg Weidinger den aufwendigen Arbeitsprozess. „Und das wichtigste: Kommunikation!“

Neben dem Modellschiff ist das Triptychon ein weiteres Highlight der Ausstellung, mit einem spannenden Entstehungsprozess. Triptychon, aus dem Altgriechischen als „aus drei Teilen bestehend“ übersetzt, meint ein dreiteiliges Kunstwerk, das oft in Altarräumen von Kirchen wiederzufinden ist.
„Wir haben eine alte Tischplatte genutzt und in drei Bereiche unterteilt“, berichten die Künstler aus dem Programm. „Dabei haben wir die Vorderseite eines alten Klaviers als Vorlage genutzt.“ Musikalisch ging es dann auch weiter: Inspiriert von dem Gedanken wurden die Beatles zum roten Faden des Kunstwerkes, auf dem ein Kran von Kampnagel, sowie das Empire State Building aus New York zu sehen ist – ebenfalls Stationen der weltberühmten Band.
„An dem Kran hängt eine Uhr mit der Uhrzeit New Yorks, die symbolisieren soll, dass alle Teilnehmenden aus verschiedenen Teilen der Welt kommen. Und am Hochhaus sitzt Ernie – Den haben wir genommen, weil wir keine King Kong Puppe gefunden haben“ – aber der ist ja quasi genau so berühmt!

Perspektiven-Ausstellung feierlich eröffnet

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